Die 5. Ausgabe der Tanznacht Berlin, kuratiert von Peter Stamer

KUNST IST SCHÖN,
macht aber viel Arbeit, hat der notorische Karl Valentin gesagt. Das galt auch 2008 noch. Und die Arbeit hatte sich gelohnt: Die Tanznacht, damals zum fünften Mal von der Tanzfabrik Berlin veranstaltet und zum ersten Mal von Peter Stamer kuratiert, hatte sich 2008 von ihrem bisherigen Spielort verabschiedet und war in die Uferhallen gezogen. Eigentlich hätte man der BVG noch im Nachhinein dafür danken müssen, dass sie sich von ihren ehemaligen Zentralwerkstätten getrennt hatte; ohne diese Trennung hätte man die tanznacht berlin 08 nicht als mehrtägige Hoch-Zeit des zeitgenössischen Tanzes im Wedding planen können. An vier Tagen zeigten wir also wichtige und neu zu entdeckende Positionen von Choreografen, die in dieser Stadt (noch immer) leben und arbeiten. Entgegen der vergangenen Tanznächte aber präsentierten wir bei den Bühnenformaten nur abendfüllende Produktionen, darunter eine Uraufführung, mehrere Berlinpremieren und Erstaufführungen.

Wir wünschten uns, dass das Publikum zeitgenössischen Tanz am Ende daran maß, ob es seine ‚Zeit genossen’ hatte. Nicht nur nach dem Besuch der Abendvorstellungen, sondern auch in der restlichen Zeit, in welcher etliche andere Veranstaltungsformate entwickelt wurden. Wie die Cafeteria, die Halle 660 oder der Hildebrandtunnel stand auch ein Trailer-Park in den Räumen der so genannten Fertigmacherei offen: Dort hatten Choreografen und Tänzer acht Wohnwagen für die Kunst und ihre Besucher (bezugs-)fertig gemacht. Inmitten der Caravans öffnete sich eine Piazza für nächtliche Konzerte oder Oral Poetry, ein täglicher Treffpunkt für alle, die vor, zwischen und nach den Veranstaltungen etwas Anderes entdecken wollten.

Frank Schmid, Kulturradio RBB, über die Tanznacht Berlin 2008

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